The Religion of Workism

The Religion of Workism (Februar 2019)

About this note

Zusammenfassung des Kapitels 3 "The Religion of Workism" des Buches On Work - Money, Meaning, Identity von Derek Thompson

Das Kapitel basiert auf einem von ihm im Februar 2019 geschriebenen Artikel im The Atlantic.

1. Einleitung: Die These

Derek Thompson stellt die zentrale These auf, dass sich die Bedeutung von Arbeit in den USA (und zunehmend im Westen) fundamental gewandelt hat.

2. Definition: Was ist Workism?

Anmerkung: Derek Thompson hat den Begriff ‚Workism‘ im Februar 2019 durch seinen einflussreichen Artikel ‚The Religion of Workism Is Making Americans Miserable‘ - 24. Februar 2019 in The Atlantic (online und in der Printausgabe März 2019) - im öffentlichen Diskurs etabliert und populär gemacht, auch wenn er das Wort nicht als allererster erfunden hat.

Thompson definiert Workism durch drei Kernmerkmale:

  1. Glaubenssatz: Die Überzeugung, dass Arbeit nicht nur ökonomisch notwendig ist, sondern das Zentrum der Identität und des Lebenszwecks sein muss.
  2. Politische Forderung: Die Idee, dass jede Politik zur Förderung des menschlichen Wohlergehens zwingend mehr Arbeit fördern muss (Arbeit als Allheilmittel).
  3. Religiöse Funktion: In einer Zeit schwindenden religiösen Glaubens und schwindender Gemeinschaften übernimmt der Arbeitsplatz die Rolle der Kirche: Er bietet Gemeinschaft, moralischen Rahmen und das Versprechen auf Erlösung (durch Erfolg/Beförderung).

3. Historische Entwicklung: Von Jobs zu Callings

siehe auch Historische Entwicklung der Arbeit

Thompson skizziert eine dreistufige Evolution des Charakters von Arbeit:

4. Kernargumente und Analyse

A. Die Elite als Vorreiter des Workismus

B. Die Millennial-Generation im Fokus

Thompson identifiziert Millennials als die „Märtyrer“ des Workismus:

C. Workism als staatliche Religion

D. Die spirituelle Sackgasse

5. Thompsons persönliches Bekenntnis

Ein entscheidender Teil des Kapitels ist Thompsons Eingeständnis: „I am the very thing that I am criticizing.“

6. Lösungsvorschläge und Fazit

Thompson argumentiert, dass man Arbeit nicht „besser“ machen kann (da viele Jobs inhärent langweilig sind), sondern dass man Arbeit weniger wichtig nehmen muss.

  1. Entmystifizierung: Aufhören, jungen Menschen einzureden, sie müssten ihre „Leidenschaft zum Beruf“ machen. Es ist in Ordnung, wenn Arbeit „nur“ ein Job ist.
  2. Politische Reformen:
    • Einführung von universellen Sozialleistungen (Kindergeld, bezahlter Urlaub, Krankenversicherung unabhängig vom Job).
    • Dies würde den Druck nehmen, jeden Job als Lebensretter zu betrachten.
  3. Neue Definition von Erfolg: Rückbesinnung auf die ursprüngliche Idee von Arbeit: Sie ist die Währung, mit der man sich Freiheit (Zeit für Familie, Hobbys, Muße) kauft – nicht das Produkt des Lebens selbst.

Fazit des Kapitels

Workism ist eine dysfunktionale Religion, die Versprechen macht, die die Ökonomie nicht einlösen kann. Sie macht die Gesellschaft unglücklicher, isolierter und anfälliger für Krisen.

Thompsons Appell lautet nicht für „weniger Arbeit“ im Sinne von Faulheit einzutreten, sondern für eine Trennung von Identität und Erwerbsarbeit. Eine gesunde Gesellschaft erlaubt es ihren Mitgliedern, Sinn auch neben der Arbeit zu finden.

Quote

Quote

Work is not life’s product, but its currency. What we choose to buy with it is the ultimate project of living. - Arbeit ist nicht das Produkt des Lebens, sondern seine Währung. Was wir damit erwerben, ist das eigentliche Ziel des Lebens.


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